Herzlich willkommen, Besucher! [ Registrieren | Anmelden

Aufgepasst beim Hundekauf!



Der nachfolgende Text ist ein Auszug aus dem Artikel „Tierhändler und Massenzüchter“ und wurde uns mit freundlicher Genehmigung vom Autor, Herr Thomas Schoke, zur Verfügung gestellt.

Faktoren die eine gute Zucht kennzeichnen:

  • Der Zuchtbetrieb ist auf eine Rasse spezialisiert.
  • Die Zucht ist so klein, daß die Hunde ständigen Familienanschluß haben.
  • Den Hunden steht ausreichender Platz in Haus und Garten zur Verfügung.
  • Wurfkiste, Hunde und das ganze Gelände sind pieksauber und geruchsfrei.
  • Die Mutter der Welpen ist anwesend, vom Deckrüden liegt ein aussagekräftiges Foto mit Namen und Adresse des Besitzers vor.
  • Die Welpen sind lebhaft, neugierig und zutraulich, die Mutter reagiert auf Ihren Besuch weder gereizt noch aggressiv.
  • Mutter und Welpen zeigen gegenüber der Person des Züchters unerschütterliches Vertrauen und deutlich erkennbare Zuneigung.
  • Der Züchter hat die Befunde der HD – Untersuchungen beider Zuchttiere in Form eines veterinärmedizinischen Gutachtens vorliegen. Auf Röntgenbildern muß die Tätowiernummer des Hundes eindeutig zu erkennen sein.
  • Alle Unterlagen über die Zuchttiere und die Welpen liegen vor. (Ahnentafeln der Eltern, Urkunden über eventuelle Auszeichnungen und Leistungsprüfungen sofern nicht in der Ahnentafel eingetragen, Kopie des Deckscheines, Kopie der Wurfabnahme, Impfbücher der Welpen, etc.)
  • Der Züchter nimmt sich Zeit, Ihre Fragen zu beantworten, und verzichtet dabei sowohl auf Fachchinesisch wie auch darauf, seine Hunde über den grünen Klee zu loben.
  • Der Züchter macht keinen Versuch, dem Interessenten einen Hund aufschwatzen zu wollen und unterläßt Preisvergleiche mit der Konkurrenz.
  • Der Züchter bleibt auch dann freundlich und gesprächsbereit, wenn Sie durchblicken lassen, daß Sie heute auf keinen Fall einen Hund mitnehmen werden und eventuell bis zum nächsten Wurf abwarten wollen.
  • Der Züchter erkundigt sich nach den zukünftigen Haltungsbedingungen für seinen Hund.
  • Die Welpen machen einen lebhaften und gesunden Gesamteindruck und sind bereits sowohl tätowiert wie auch mit einem Mikrochip versehen.
  • Der Züchter nennt auf Ihre Frage einen angemessenen Preis für seine Welpen ohne wenn und aber.
  • Die Welpen reagieren weder auf laute Geräusche noch auf schnelle Bewegungen schreckhaft. Spielen Sie eine Weile mit den Welpen, um ihre Reaktionen zu testen.

Faktoren die auf fragwürdige Umstände hinweisen:

  • Der Zwinger bietet verschiedene Rassen an. Desto mehr, desto schlimmer!
  • Der Zuchtbetrieb gleicht einer Hundefabrik oder ist Grundlage einer Vollexistenz. Die Welpen wachsen ohne ständigen Kontakt zu Menschen auf.
  • Die Hunde sind in engen Boxen zusammengepfercht, oder es gibt andere Hinweise darauf, daß die Hunde nicht artgerecht gehalten werden.
  • Mutter oder Welpen zeigen Angst, Abneigung oder mangelnde Vertrautheit gegenüber der Person des Züchters.
  • Der Verkaufsort ist nicht gleichzeitig auch die Zuchtstätte oder der Verkäufer verwehrt Ihnen unter Vorwänden die Besichtigung der Wurfkiste.
  • Die Welpen haben stumpfes oder verklebtes Fell, trübe Äuglein, schmutzige Ohren oder kratzen sich auffällig oft.
  • Der Züchter gibt sich sehr beschäftigt oder spricht lieber von seinen günstigen Preisen als von den Hunden.
  • Der Züchter bietet Ihnen einen Welpen zum halben Preis, dafür aber ohne Papiere an oder er versucht zu beweisen, daß ein Hund dieser Rasse nicht billiger zu bekommen ist.
  • Der Züchter weicht Ihren Fragen aus oder flüchtet sich in Ausreden, wenn geforderte Unterlagen nicht zur Hand sind.
  • Dem Züchter mangelt es offensichtlich an Basiswissen und er versucht wortreich von seinen Defiziten abzulenken.
  • Der Züchter sichert zu, seine Hunde hätten keinesfalls HD, oder es gibt keine Unterlagen aus denen der HD – Status der Elterntiere zweifelsfrei hervorgeht.
  • Die Welpen reagieren auf Ihr Erscheinen schreckhaft, ziehen sich langsam zurück, sind phlegmatisch oder wollen nicht spielen.
  • Das Muttertier ist nicht anwesend, reagiert abweisend, aggressiv oder zeigt deutliche Anzeichen „züchterischer“ Überbeanspruchung.
  • Die „Zuchtstätte“ befindet sich in einer Mietwohnung.
  • Die Welpen sind in der achten Lebenswoche noch nicht geimpft, entwurmt, tätowiert und mit einem Mikrochip versehen.
  • Die Tätowierungen der Welpen sehen nicht bei allen Wurfgeschwistern gleich aus.
  • Der Impfpass ist von einem Tierarzt ausgestellt, der seine Praxis nicht in der Nähe des Zuchtbetriebes hat.
  • Im Impfpass fehlen Daten oder die Etiketten des Impfstoffes sind nicht eingeklebt. Verschiedene Handschriften und verschmierte Stempel deuten auf Fälschungen hin!
  • Die Zuchtunterlagen zeigen für eines der Elternteile nur eine Bewertung von „Gut“ oder „Genügend“.
  • Der Züchter lobt seine Hunde ausgiebig und verweist auf Erfolge bei Zuchtschauen, ohne entsprechende Unterlagen vorweisen zu können.
  • Der Züchter läßt erkennen, daß der Welpe möglichst schnell verkauft werden soll oder muß.
  • Der Züchter bietet an, den gewünschten Hund kurzfristig „zu besorgen“.
  • Der Züchter reagiert auf Ihre bohrenden Fragen aggressiv oder abweisend. Nur wer etwas zu verbergen hat, wird kein Verständnis für das Interesse eines Hundekäufers aufbringen.
  • Der Züchter ernährt seine Welpen mit Billigfutter anstatt mit einem, dem Alter der Welpen angepaßten, hochwertigen Aufzuchtfutter.

Wird von einer Zuchtstätte auch nur eine der negativen Kriterien erfüllt, rate ich Ihnen dringlich, die Verhältnisse dieser Zucht doppelt und dreifach zu überprüfen und im Zweifelsfall einen anderen Züchter aufzusuchen.

Fragen Sie gegebenenfalls bei dem zuständigen Rassehundeverein nach einer Liste der eingetragenen Züchter. Die schwarzen Schafe der Branche sind den Zuchtvereinen wohlbekannt, und diese Adressen werden üblicherweise nicht an Interessenten weitergegeben.

Die Zuchtvereine unterhalten zumeist eine Welpenvermittlung, bei der Sie Informationen über alle von seriösen Züchtern gemeldeten Würfe erhalten können. Aber selbst dieses Verfahren bietet keine Garantien und eine umfangreiche Prüfung des Zuchtbetriebes durch den Welpenkäufer ist unerläßlich!

Hüten Sie sich vor Schnäppchen!

Unseriöse Züchter werden versuchen, potentielle Käufer notfalls mit einem „günstigen“ Angebot zu locken. Zeitgenossen, die alle Vorsicht fahren lassen, wenn die Aussicht besteht, ein vermeintlich gutes Geschäft zu machen, sind besonders gefährdet einem der schwarzen Schafe der Branche aufzusitzen.

Kein seriöser Züchter kann ein Interesse daran haben, den Marktpreis für seine Rasse zu verderben, indem er überzählige Welpen zum Angebotspreis verschleudert.

Das Wichtigste zum Schluß.

Lassen Sie Ihren gesunden Menschenverstand walten!

Wer dreißig, vierzig oder gar fünfzig Welpen auf seinen Webseiten anbietet, ist niemals ein Züchter mit „edlen“ Motiven sondern beweist, dass er gnadenlos am Bedarf vorbei züchtet und auf die Tiere keine Rücksicht nimmt.

Wo bleiben wohl die Hunde, die keinen Käufer finden?

Thomas Schoke ist Autor von Hundebüchern und Ausbilder von Hunden:
Bücher des Autor finden Sie bei Amazon – Thomas Schoke

 

Weiterführende Links zum Thema:

Das Leid der Vermehrerhunde

Wühltischwelpen – nein danke!